Bach: Kantaten II – Actus Tragicus | Konzert
Das Bachfest Leipzig bot seinem Publikum an, die Werke für zwei Programme mit Bachkantaten, voller Meisterwerke, auszuwählen: John Eliot Gardiner folgte den Erwartungen des Publikums und komponierte zwei Programme nach diesen Empfehlungen.
Dieses zweite Programm beginnt mit einer ernsten Meditation über Tod, Trauer und Glauben, die sich allmählich zu Hoffnung, Freude und dem Versprechen spirituellen Erwachens erhebt. Eine klangliche und theologische Reise, bei der die deutsche geistliche Musik des 17. und 18. Jahrhunderts ihre volle Ausdruckskraft zeigt, zwischen lutherischer Tradition und barockem Genie.
Das Motett Christ lag in Todesbanden ist eine der allerersten Kantaten Johann Sebastian Bachs, geschrieben um den Osterchoral von Martin Luther. Es verbindet kontrapunktische Strenge mit einer eindringlichen dramatischen Inbrunst und evoziert den Sieg des Lebens über den Tod in einer Reihe von intensiven Chorvariationen.
Mit Was betrübst du von Johann Hermann Schein wird die Atmosphäre intimer. Dieses Motett vertont einen Klagpsalm und drückt die Angst des Gläubigen angesichts des scheinbaren Gottesverlassens aus. Scheins feine Komposition, beeinflusst vom italienischen Madrigal, verleiht dem Text eine eindrucksvolle Ausdruckskraft.
Die Kantate Ich hatte viel Bekümmernis ist ein großes, fast dramatisches geistliches Fresko in zwei Teilen. Bach behandelt das Thema der Bedrängnis mit überwältigender Intensität, bevor sich Hoffnung und Vertrauen allmählich entfalten und in einem jubelnden Schlusschor gipfeln. Es ist ein Werk des Übergangs von der Nacht zum Licht, bei dem der Glaube als innere Wandlung wirkt.
Nach diesem Durchgang von Trauer und Not bietet Heinrich Schütz’ Motett Selig sind die Toten eine Form von Frieden. Adaptiert aus der Offenbarung des Johannes bekräftigt dieses lichte Motett die Seligpreisung der Toten, die im Herrn sterben. Schütz’ nüchterne Eleganz verleiht dem Text eine friedvolle und tröstliche Größe.
Die Trauerkantate Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit, auch Actus tragicus genannt, zählt zu den Höhepunkten von Bachs geistlicher Musik. Für eine Beerdigungszeremonie komponiert, überwindet sie die Traurigkeit der Klage in eine gelassene Annahme des Todes.
Mit Ich freue mich von Schein weht wieder ein Hauch von Freude. Dieses kraftvolle und strahlende Motett drückt die Freude des Gläubigen im Glauben aus, in einem Stil, der lutherische Klarheit mit madrigalischer Lebendigkeit verbindet.
Das Programm endet mit einer der berühmtesten Bachkantaten: Wachet auf, ruft uns die Stimme. Dieses Werk, basierend auf dem lutherischen Choral von Philipp Nicolai, ist eine Feier der mystischen Vereinigung von Seele und Christus. Ausgewogen, inspiriert und voller Licht fasst es musikalisch die freudige Erwartung des Heils zusammen.
Unter der inspirierten Leitung von John Eliot Gardiner erweckt der Constellation Choir and Orchestra diese Meisterwerke zu einem treuen, lebendigen und tief empfundenen Vortrag zum Leben. Eine spirituelle und ästhetische Reise vom Aufruhr zum Trost, von der Dunkelheit zum Licht.
Prestige VIP – Beste Plätze im Saal, inklusive einem Glas Champagner und dem Programmheft.
Prestige – Inklusive einem Glas Champagner.